…von himmelblau bis sonnengelb

 

im 2. März 2018 im Huck-Beifang-Haus in Steinfurt

Sehr geehrte Damen und Herren und Mitglieder des Kunstvereins Steinfurt!

Ich freue mich sehr, heute in die Ausstellung

…von himmelblau bis sonnengelb…

mit Arbeiten von Barbara Feiden einführen zu dürfen.

Ihre Arbeiten kenne ich seit vielen Jahren, ich erinnere mich gern an zahlreiche Atelierbesuche und Ausstellungen.

Immer ist es dabei so, dass mich ihre Arbeiten sehr schnell in den Bann ziehen. Sie sind abstrakt, ermöglichen dem Betrachter aber unmittelbar Assoziationen, wecken Gefühle und Stimmungen.

Vielleicht kann man diese schnelle Assoziation sogar mit Situationen vergleichen in denen wir durch einen Duft oder Geruch sehr plötzlich und unmittelbar an Erlebnisse und Lebensmomente erinnert werden, die eine besondere Bedeutung für uns haben. Die Intensität dieser Erinnerungsmomente ist bestimmt und jedem von uns präsent. Ich habe sie häufig beim Betrachten der Arbeiten von Barbara Feiden erlebt. Die Arbeiten laden aber nicht nur zum freien Assoziieren ein, Barbara Feiden gibt den Bildern Titel und dem Betrachter dadurch die Möglichkeit, die Arbeit noch einmal neu zu sehen und einzuordnen.

Die Titel entstehen in ihrem Arbeitsprozess und damit sind wir glaube ich bei einem wichtigen Kern ihres künstlerischen Schaffens.

Es ist der Prozess der im Mittelpunkt steht. Der ist eng an ihre Auseinandersetzung mit sich selbst, aber auch an die Auseinandersetzung mit den Farben und Materialien geknüpft, die sie verwendet. Ihre Arbeiten entstehen im Zusammenhang mit vielfältigen Fragen, Zweifeln, Sichtweisen in ruhigen und unruhigen Momenten und immer wieder aus unterschiedlichen Perspektiven. Dieser Prozess läuft gleichzeitig auf der Leinwand und in ihr selbst ab.

Das Ergebnis? Bilder wie natürliche Landschaften!

Die wichtigsten Gestaltungselemente sind dabei neben den Farben die Materialien wie Erde, Sand, Fundstücke aus der Natur, aber auch Pappe und Stoffe. Es sind die Materialien, die Strukturen geben und deren Auswahl immer wieder überrascht.

Im höchsten Maße aber sorgen die Farben in unendlicher Vielfalt und traumhaften Kombinationen für die große Anziehungskraft ihrer Arbeiten. Sie stellen immer wieder neu eine Beziehung zu jedem einzelnen Betrachter her, sie schaffen Verbindungen zu unseren inneren Welten, unseren persönlichen Stimmungen und Erinnerungen- vielleicht kann man sagen, der Betrachter wird in seinem Kern angesprochen, so wie die Künstlerin ihren inneren Kern in die Arbeit gibt.

Die entstehenden Landschaften sind abstrakt und dennoch sehr real, wir erkennen Wasser, Flüsse, das Meer, Inseln, Erde, sehen Licht und Schatten, spüren Wärme und Kälte, den Lebensraum Natur und darin auch den Menschen in seinen unendlichen Variationen und Ausgestaltungen, seinen Fragen an das Leben.

Der große individuelle Bezug der Arbeiten zeigt sich für mich auch darin, dass sich die Betrachter ganz unterschiedlich zu ihrem jeweiligen Bild hingezogen fühlen – und dies kann je nach Lebens- oder Tagessituation immer wieder ein anderes Bild sein.

Ich lade Sie sehr herzlich ein, die unterschiedlichen Bildwelten auf sich wirken zu lassen, und bin mir sicher, dass ein Austausch über die Arbeiten sehr schnell und intensiv gelingt.

So wie das Leben und die Natur verändern sich auch ihre Bilder ab und an. Im Prozess und auch nach einiger Zeit oder Jahren übermalt sie Teile oder auch eine ganze Arbeit und so kann man ihr künstlerisches Schaffen als einen natürlichen, lebendigen Prozess erleben.

Diese Ausstellung ist ein Teil des Prozesses, in den sie sicher bald wieder eingreifen wird.

Nun sind Sie aufgefordert, in Ihrer Auseinandersetzung mit den Werken von Barbara Feiden Ihren Teil zum künstlerischen Prozess beizutragen, vielen Dank für Ihr Kommen, Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Interesse.